12. August 2020

Aktuelles

Rückblick Konzert



Das Frühjahrskonzert 2009 war ein voller Erfolg....hier ein Artikel des Darmstädter Echos....



GROSS-UMSTADT. Sie haben ein Faible für gelegentliche Gimmicks, die Kleestädter Musikanten: So erschien Thomas Schmid zum sizilianischen Waldhorn-Solo mit schwarzem Hut und schwarzer Sonnenbrille. Später mischte sich dann auch noch eine Stimme zu den Bläsern: Kerstin Olejaks Auftritt wurde begeistert gefeiert – wie überhaupt das ganze Konzert vor 500 Besuchern in der Umstädter Stadthalle.
Die Kleestädter Musikanten – den Zusatz „Feuerwehr“ haben sie an diesem Abend früh mit ihren Uniformjacken abgelegt – gelten in ihrer Sphäre als ein besonderes Ensemble, und das stellen sie nicht nur in Bierzelten unter Beweis, sondern Jahr für Jahr so um den Frühlingsanfang mit großem Engagement bei einem symphonischen Konzert. Mehr und mehr haben sie sich dabei in den vergangen Jahren unter ihrem Dirigenten Jaroslav Micka vom klassischen Repertoire einer „Feuerwehrkapelle“ entfernt – was manche Freunde der Marschmusik auch bedauern.

Lange schien es am Samstagabend so, als würde dem Publikum diesmal überhaupt kein Marsch geblasen. Dafür unternahm das rund fünfzigköpfige Ensemble einen weiten Streifzug durch die Welt der Filmmusik, setzte Pop-Akzente und lieferte vor der Pause mit „Nostradamus“ von Otto M. Schwarz ein faszinierendes Stück „Programm-Musik“, vom bewährten Moderator Karl-Heinz Stier in musikpädagogischer Manier und mit multimedialer Unterstützung vorab verständlich gemacht.

Der rauschende Abflug der Menschheit ins All signalisierte zugleich die Landung von Orchester und Publikum in der Pause. Im Foyer sorgten die befreundeten Dieburger Musikanten für Bewirtung, und das bisher Erlebte gab reichlich Gesprächsstoff ab. Dabei wurde auch immer wieder die Nachwuchsarbeit der „Kleestädter“ gelobt, wie sie sich gleich zum Auftakt des Abends mit dem Jugendorchester „Joke“ und dem „Fluch der Karibik“ präsentiert hatte.

Die filmmusikalische Kreuzfahrt ging auch in der zweiten Halbzeit weiter, wo zum Beispiel der „weiße Hai“, nicht nur nach Noten, sondern auch im Bild auf der Leinwand auftauchte, auf der die Töne durch Bilder ergänzt wurden. Dass ein so großes Ensemble, in dem auch wieder einige Gastmusiker mitwirkten, auch schnell sein kann, bewiesen die Musikanten bei Otis Reddings „Respect“, diesem Soul-Klassiker, zu dem Kerstin Olejak eine tiefe gesangliche Verbeugung vor Aretha Franklin lieferte.

„Let me entertain you“ war das Eröffnungsstück für das Bühnenprogramm einer Tournee von Robbie Williams, hier sollte das Stück den Schlussakzent setzen – auch mit einem famosen Saxofon-Duett von Alexander Gärtner und Mathias Demmer. Aber natürlich ging die Show mit Zugaben noch ein wenig weiter – zunächst mit einer überraschenden Instrumental-Version des Hässliche-Entlein-Hits „Nessun Dorma“, und ganz am Ende zeigten die Kleestädter, dass sie trotz ihrer seit Oktober währenden symphonischen Proben nicht verlernt haben, den Marsch zu blasen.

DA-Echo
aus 23.3.2009

[zurück]