12. August 2020

Aktuelles

Ein weiterer Meilenstein in der Reihe der Jahreskonzerte der Kleestädter Feuerwehrmusikanten





(Jo) Zahlreiche Besucher strömten wieder zur Stadthalle in Groß-Umstadt, um einmal mehr das Jahreskonzert der Kleestädter Feuerwehrmusikanten zu erleben und zu genießen. Für Freunde der Blasmusik ein einmaliges Erlebnis. Denn, Dirigent Jaroslav Micka versteht es in einzigartiger Weise sein Orchester mit immer wieder neuen Ideen zu begeistern. Das Publikum lässt sich dabei gerne mitreißen und sich gerne entführen in die Welt der Filmmusik oder Musical Melodien.



Die Eröffnung des konzertanten Abends blieb wieder dem Jugendorchester „Joke“ vorbehalten, ebenfalls unter der Leitung von Jaroslav Micka. Als Eröffnungsstück hatte sich „Joke“ die Filmmelodie zu „Peter Gunn“ ausgesucht. Die Krimiserie des Privatdetektivs Peter Gunn hatte in den 60er Jahren viele Fans und lockte seinerzeit zahlreiche Zuschauer vor die Fernsehschirme. Die Melodie zur Serie entstammt der Feder des US Komponisten Henry Mancini. Passend zur verdeckten Ermittlung eines Privatdetektivs hatten sich die Orchestermitglieder mit Sonnenbrillen ausgestattet. Im Verlauf der nachfolgenden Darbietungen folgten noch ein paar kleine Einlagen, welche den Zuschauern ab und an ein Schmunzeln entlockte.

Weiter im Programm ging es mit der Melodie „Baby Elephant Walk“ aus dem legendären Film „Hatari“. In diesem oscargekrönten Streifen, das von zwei Tierfängern in Ostafrika handelte, spielten vor über 50 Jahren John Wayne und Hardy Krüger die Hauptrollen. Auch diese Titelmelodie schrieb Henry Mancini. Die Besucher ließen sich nun gerne in die afrikanische Wildnis entführen. Auch heute sind sie immer noch aktuell, die unvergessene schwedische Gruppe „Abba“. Das Jugendorchester bot ein mitreißendes Abba-Medley mit den bekanntesten Hits der Gruppe. Zum Einsatz kamen dabei auch zwei neue Konzert-Becken vom Hersteller Zildjian die von der Volksbank-Odenwald-Stiftung „Unsere Kinder, unsere Zukunft“ in einer Instrumentenpatenschaft mitfinanziert wurden. Es gab für diese Darbietung am Ende stürmischen Applaus und der Nachwuchs bedankte sich natürlich mit der erwarteten Zugabe. Gespielt wurde ein Remixe der Sängerin Adele: „Set Fire to the Rain“. Nun folgte eine kleine Pause, bevor die Mitglieder des „Großen Orchesters“ die Bühne betraten. Durch den weiteren Abend führte als Moderator, und das war ein besonderes Highlight in diesem Jahr, erstmals Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert.

Zunächst nahm er die Gelegenheit wahr, einige Ehrengäste und Sponsoren willkommen zu heißen. Darunter befand sich unter anderem der Umstädter Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann. Im weiteren Verlauf des Abends konnte der Bürgermeister auch noch Landrat Klaus Peter Schellhaas mit Lebensgefährtin Melanie begrüßen. Dieser nahm die Gelegenheit wahr, nach den strapaziösen Wahlkampfwochen in denen er unterwegs war, um als Landrat wiedergewählt zu werden, bei diesem Konzert Entspannung pur zu genießen.

Zur Eröffnung spielte das Orchester den Marsch „Arsenal“ von Jan van der Roost“. Der Moderator merkte an, dass der Komponist kein Holländer sei, wie es zunächst der Name vermuten ließe. Nein, er stamme aus dem flämischen Belgien. Das Werk sei eine Auftragskomposition zum 50. Jubiläum des belgischen Eisenbahnarsenals gewesen.
Das nächste Stück hieß „Fiskinatura“, eine Suite für Blasorchester von Thiemo Kraas. Der Titel klinge, so der Bürgermeister in seiner Moderation, fast schon finnisch, wäre es aber nicht. Vielmehr komme das Stück aus dem Allgäu und wurde zur 1150-Jahr-Feier von Fischen im Allgäu komponiert. Das Werk bestehe aus vier Sätzen und beginne mit dem Thema Heimat. Wenn man genau hinhöre könne man sogar die Kirchenglocken von Fischen hören. Die nächsten Sätze würden die Kraft der Natur und die Wildromantik des Allgäu beschreiben. Zu spüren sei dabei beispielsweise der Blick auf die Breitbachklamm in Tiefenbach bei Fischen. Hier bahnt sich das Wasser der Breitach den Weg durch eine enge Schlucht mit fast hundert Meter hohen senkrechten und überhängenden Wänden. Sie stürzt donnernd über hohe Felsbänke, gurgelt in tiefen Gumpen und versprüht sich in feinste Tröpfchen, in denen das Licht spielt. Das Orchester setzte es perfekt in Szene. Ebenso das große Finale, das mit einem großen Schlussakkord endet. An dieser stelle konnte der Moderator auch Gäste aus Heiligkreuz begrüßen, das etwa 20 Kilometer von Fischen entfernt liegt. Die Kleestädter Musikanten werden über Pfingsten den befreundeten Ort besuchen.

Nun folgte aus der Welt der Musicals das berühmte „Memory“ aus dem Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber. Gesungen wird es auf der Musicalbühne von der Darstellerin der Katze Grizabella. Die große Überraschung an diesem Abend war, dass das weltberühmte Stück nicht nur vom Orchester alleine gespielt wurde. Eine Premiere gab es für den Kleestädter Chor „Triangel“, denn der unterstützte die Feuerwehrmusikanten mit seinem eindrucksvollen begleitenden Gesang zum Lied „Memory“. Dafür gab es von den Zuschauern begeisternden Applaus. Ein schöner Einfall der Regie und zweifelsohne eine Bereicherung des Konzertabends. Der Chor stand unter der Leitung von Ulrike Mühlhahn.

In der anschließenden Pause übernahmen einmal mehr die „Dieburger Musikanten“ die Bewirtung der Konzertbesucher.
Nach der Pause folgte mit „I Know Him So Well“ ein weiteres Musical Highlight. Es ist ein Ohrwurm aus dem Musical „Chess“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, dem männlichen Teil der Popgruppe „Abba“. Der Titel war seinerzeit wochenlang in der englischen Hitparade angesiedelt. In der Stadthalle wurde der Musicalhit von Kerstin Olejak, die schon viele Gastauftritte bei den Kleestädter Feuerwehrmusikanten hatte, mit viel Gefühl und fantastischer Stimme gesungen.

Nach dieser gefühlvollen Ballade folgte die „New York Overtüre“ vom holländischen Komponisten Kees Vlak. Er beschreibe, so der Moderator, seine Erlebnisse in dieser amerikanischen Großstadt. Der Komponist halte in seinem Tonbild nach der Landung auf dem Kennedy-Flughafen die Sehenswürdigkeiten der Metropole New York fest:
den Battery Park, die geschäftige 5th Avenue, Harlem, den Central Park, das grüne Herz der Riesenstadt und natürlich das Nachtleben auf dem Broadway. Der Abschied kommt mit einem letzten Blick auf den Hafen und die Freiheitsstatue. Horst Engelhardt an der Trompete bot dabei eine herausragende und beeindruckende Soloeinlage.
Nachfolgend war nochmals Kerstin Olejak gemeinsam mit dem Orchester zu hören. Sie sang das Lied „Gold von den Sternen“ aus dem Musical „Mozart“ von Sylvester Levay. Das Musical setzt das bewegte Leben des einstmaligen Wunderkindes und späteren begnadeten Komponisten in Szene. Seit 1983 hat der kanadische Sänger Bryan Adams in dreißig Ländern Nummer Eins Platzierungen in den Charts. Das Orchester spielte ein „Best of“, mit den Stücken „Everything I Do, I Do it for You“ aus dem Film Robin Hood, „The Best of Me“, „Pleace Forgive Me“ und „Summer of ’69“. Im Solo zu hören war Heidi Micka mit dem Altsaxophon.
Das Konzert nahmen die Kleestädter Feuerwehrmusikanten zum Anlass, ihren Musikzugleiter Jan Noering für sein 15-jähriges Jubiläum in diesem Amt zu ehren. Eigentlich sei ja diese Ehrung schon 2013 fällig gewesen, so der Laudator Oliver Bundschuh, aber gravierende gesundheitliche Gründe machten dies seinerzeit unmöglich. Heute und in diesem besonderen Rahmen wolle man das gerne nachholen. Ohne das Engagement von Jan Noering wären die vielen Erfolge und die stetige Weiterentwicklung der musikalischen Leistungen so nicht möglich gewesen.

Vorgenommen wurde die Ehrung durch Raimund Keller, den Bezirksvorsitzenden des Hessischen Musikverbandes. Der zu Ehrende, so Keller, blicke auf eine 35-jährige Mitgliedschaft im Verein zurück, davon 17 Jahre nunmehr als Musikzugleiter. Dafür überreiche er gerne die Musikzugmedaille in Silber sowie die dazugehörende Ehrennadel.
Das letzte offizielle Werk im Programmheft war „Heal the World“ (Heile die Welt und mache sie zu einem besseren Platz für dich und mich) von Michael Jackson. Der „King of Pop“, wie er oft bezeichnet wird, verkaufte weltweit 750 Millionen Alben und nach seinem Tod im Jahre 2009 verkauften sich innerhalb eines Jahres nochmals 33 Millionen seiner Alben.
Gesanglich begleitete das Orchester bei diesem Jahrhunderthit wieder der Kleestädter Chor „Triangel“. Eine gelungene Werbung für den Chorgesang.
Das Publikum bedankte sich mit Standing Ovations und natürlich gab es auch die erhofften Zugaben. Für die Freunde der Marschmusik spielten die Feuerwehrmusikanten zunächst die „Laubener Schnellpolka“ von Kurt Gäble und danach noch den Ernst Mosch Gedächtnismarsch „Musikantengruß an Eger“.
Der endgültige Ausklang dieses wunderbaren Konzertabends blieb Kerstin Olejak vorbehalten. Sie sang noch einmal vom Orchester begleitet den Musical-Hit „Gold von den Sternen. Die Konzertbesucher waren begeistert und spendeten stürmischen Applaus, der fast nicht enden wollte.

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